Synodaler Erfahrungsbericht aus erster Hand

Zu einem digitalen Gesprächsabend unter dem Titel „Was gibt’s Neues aus der Landessynode?“ hatte am 27. April 2021 die Arbeitsgemeinschaft Offene Kirche und Evangelium und Kirche im Wahlbezirk Vaihingen an der Enz - Mühlacker eingeladen. Gerhard Keitel, seit Ende 2019 Synodaler der Offenen Kirche in der 16. Württembergischen Evangelischen Landessynode, berichtete den online zugeschalteten Interessierten aus der laufenden Arbeit des Kirchenparlaments. Ein wichtiger Themenbereich innerhalb der aktuellen synodalen Gremienarbeit ist derzeit wie vielerorts die Coronakrise und ihre Folgen. Dazu gehörten beispielsweise, so Keitel, der merkliche Rückgang der Taufen, das Spannungsverhältnis zwischen Digital- und Präsenzangeboten oder die finanziellen Folgen der Krise. Zudem erläuterte Keitel den in der Synode insbesondere im Vorfeld der Passions- und Osterzeit hochdiskutierten Punkt des digitalen Abendmahls, d.h. die Frage nach der physischen Anwesenheit aller Mahlteilnehmenden oder nach der Möglichkeit einer zeitversetzt feiernden Mahlgemeinschaft. Die Letztere bewertet die Mehrheit der Synodalen eher kritisch, während bezüglich der physischen Präsenz mehrheitlich eine offene Haltung vorherrscht. Darüber hinaus beschäftigte sich die Landessynode laut Keitel mit Themen aus dem Bildungsgesamtplan wie der Frage nach inhaltlicher Schwerpunktsetzung, nach der gesellschaftlichen Gesamtverantwortung von Kirche innerhalb des Bildungsbereichs sowie der Zukunft der Tagungshäuser in evangelischer Trägerschaft.

Auch die Veranstaltungsteilnehmer waren dazu aufgefordert, durch Fragen und Anmerkungen den Abend aktiv mitzugestalten und nahmen dieses Angebot rege wahr. Rückfragen und Kommentare betrafen etwa das Verhältnis des Oberkirchenrats und der Synode, den Grad der tatsächlichen Mitbestimmung der Landessynode an kirchlichen Entscheidungen oder die Zukunft der Landeskirche Württemberg und ihrer wichtigen Funktionsträger.

Im Anschluss daran beantworteten Albrecht Noller, Mitglied in der Bezirkssynode Vaihingen-Ditzingen, sowie Lukas Lorbeer, Pfarrer in Zaisersweiher und Schmie, beide ebenfalls Kandidaten der Arbeitsgemeinschaft bei den Kirchenwahlen im Herbst 2019, Fragen der Zuhörenden zu den jeweiligen Kirchenbezirken. Auch die Zukunft der Arbeitsgemeinschaft bei den nächsten Kirchenwahlen im Jahr 2025 wurde hierbei angesprochen. Zwar sind in den kommenden Jahren noch Veranstaltungen im bisherigen Wahlbezirk geplant, beispielsweise zum Reformationstag, bis zur kommenden Kirchenwahl wird sich der Weg der Bezirke Vaihingen und Mühlacker jedoch trennen. Denn die Wahl zur 17. Landessynode wird innerhalb des neuen Kirchenbezirks Vaihingen-Ditzingen sowie voraussichtlich eines Wahlbezirks Mühlacker-Leonberg erfolgen. Anregungen aus dem Zuhörerkreis für das zukünftige Wirken innerhalb der Kirchenbezirke wie eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und transparentes Handeln rundeten den gemeinsamen Abend ab.

Ein nächstes Treffen der Arbeitsgemeinschaft soll, wenn möglich, wieder in Präsenzform stattfinden.

Unser Vertreter in der Synode: Gerhard Keitel

Gerhard Keitel

Gerhard Keitel

Gerhard Keitel, Ephorus am Evangelischen Seminar in Maulbronn, wurde bei der Wahl 2019 als Synodaler für den Wahlkreis Vaihingen/Enz - Mühlacker gewählt. Er ist in unserem Wahlbündnis Offene Kirche - Evangelium und Kirche angetreten und vertritt die Offene Kirche.

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